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Für Geli, die Seele von Radio Rheinwelle. Zu früh bist Du auf die letzte Reise gegangen. Wo auch immer Du jetzt bist, welchen Ort Du jetzt mit Deinem Lachen beglückst, diese Sendung ist für Dich. Du wirst fehlen, aber für immer in meinem Herzen bleiben …



Über den Moment, in dem man das Fenster schließen und ein Buch lesen sollte.


Diese Ausgabe der Radioshow "Reset Black" hatte
“Nocturnal Sobriety“ zum Thema und ingt musikalisch der Frage nach, warum das nächtliche Stehen am offenen Fenster für Schnupfen sorgt und dass das Wasser, das einem bis zum Halse steht, nur ein Traum ist, an den man sich am nächsten Tag nicht mehr erinnern mag.

Fröhliches resetten am Dienstag, den 21. Februar 2017, ab 08:00 pm CET / 20.00 Uhr German time …
20:00 – 21:00
Moby – Pale Horses (Ambient)
Isomer – Dawn Chorus
Ruelle – Take It All
Vangelis – Movement II
Agnes Obel – It's Happening Again
Michael Cashmore feat. Antony Hegarty – How God Moved at Twilight
Anders Brørby – Bodies in the Water
Propergol – Escape From...
Moby – Walk with Me
Moby – Walk with Me (Ambient)
Christopher Young – The Truth Seeker
Hologram_ – Echoes
Haus am Rand – Radioteori
Xsodect – Behind
21:00 – 22:00
Die Antwoord – Donker Mag
The Inward Circles – And in Their Groves of the Sun This Was a Fit Number
Lowercase Noises – Sweet Pea
Aaron Martin & Christoph Berg – Until Tomorrow Then
FOUDRE! – Ruins / Medusa
Ashtoreth – Dawn Rite
FOUDRE! – Sleep
Anders Brørby – When You Look into the Abyss
Hologram_ – Coda Sphera
Laibach – America
Lawless (feat. Little Ashes) – Likeness
NocturnalSobriety
Album der Sendung I
FOUDRE! –
EARTH

FOUDRE

FOUDRE! @ Gizeh Records
Filmtipp der Sendung
Sightseers


Sightseers

Album der Sendung II
Hologram_ –
Amen: Requiem for Heart Fragment

Hologram

Hologram_ @ Bandcamp (Ant-Zen)
Sightseers.

Tina ist 34 und lebt bei ihrer Mutter.

Tina ist schüchtern und steht auf selbst gehäkelte rosa Reizwäsche.

Tinas Leben versinkt im langweiligem Grau des Alltags.

Dann lernt Tina eines Tages Chris kennen. Er ist ein Außenseiter – genau wie sie. Schnell ist aus dem Kennenlernen Liebe geworden. Immer häufiger und schwerer legt sich der Familienterror der diktatorischen Mutter auf Tinas Gemüt. Die stetige Steigerung der mütterlichen Hysterie, ausgelöst durch den Tod des Hundes der Mutter, lässt der frisch verliebten Tina endlich den nötigen Raum, um sich zu einer Auszeit zu entschließen. Zusammen mit Chris beginnt sie eine Rundreise im Wohnwagen durch England.

Chris ist ein Mann mit Prinzipien, ein Pedant. Schnell wird klar das er wenig davon hält, aufgestellte Regeln zu brechen. Für Regelbrecher enden diese Begegnungen dann meist ausgesprochen bizarr. Mal macht man Bekanntschaft mit einem Stein auf dem Kopf, mal hat man ein Rendezvous mit der Rückseite des Wohnwagens im Rückwärtsgang.

Irgendwann dämmert Tina, das Chris eine sehr spezielle, aufbrausende Art hat. Die eine oder andere Leiche lässt den Verdacht aufkommen, das Chris ein Serienmörder sein könnte. Aber Scheiß drauf, Tina hat keine Lust sich die Laune und die neu gewonnene Freiheit nehmen zu lassen. Zudem Chris sie auf Händen trägt und sie glücklich macht. So geht ihre Reise weiter, während die Zahl an Toten weiter steigt.

Regisseur Ben Wheatleys "Sightseers" ist ein herrlich böser Film. Schwarzhumorig auf die britische Art. Mit Gelassenheit und Ruhe inszeniert er Szene für Szene – unaufgeregt und ziemlich cool. Dabei funktioniert "Sightseers" auf verschiedenen Ebenen. Grundtenor und Auslöser der tödlichen Vorfälle sind immer das Zusammenspiel von Egoismen und Ignoranz in Kombination mit einer gesellschaftlich verankerten Kommunikationsstörung. Dabei ist "Sightseers" kein moralischer Film, sondern – und gerade durch die Vielzahl an versteckten kritischen Untertönen – ein Film mit allergrößtem Unterhaltungswert.

Die britischen Stand-up Comedians Alice Lowe und Steve Oram erwecken nicht nur die Figuren Tina und Chris mit Hingabe im Film zu einem Leben, das man meinen mag, sie spielen sich selbst, sondern sind auch noch für das Drehbuch verantwortlich. So großartig war britischer Humor lang nicht.

Ben Wheatley ist mit "Sightseers" ein großer Wurf gelungen. Zudem ist "Sightseers" klug inszeniert – gerade in Hinblick auf die Figur des Chris, welcher sich als Serienmörder immer auf dem gleichen Level wie seine Opfer bewegt. Aber auch als jemand, der das Ventil zum Inneren Tinas öffnen und die brodelnde Lava herausströmen lassen kann. Die Art und Weise wie Chris dadurch selbst zum Opfer durch Tinas Manipulationen wird, ist beispiellos. Man kann nur festzustellen: "Sightseers" ist ein feiner und finsterer Anschlag auf unsere Lachmuskeln. /.fjs/

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Vom Augenblick, in dem man das Gleis wechselt und die Richtung ändert.

Die erste Ausgabe der Radioshow "Reset Black" in diesem Jahr hatte
“No Looking Back“ zum Thema und beschrieb musikalisch die Melancholie ausgetretener Pfade, das Verlassen dieser und warum der nach vorn gerichtete Blick das Potenzial besitzt, den Horizont in neuer Schönheit erstrahlen zu lassen.

Fröhliches resetten am Dienstag, den 24. Januar 2017, ab 08:00 pm CET / 20.00 Uhr German time …
20:00 – 21:00
Glissando – Of Silence
Jayne Amara Ross, Frederic D. Oberland & Gaspar Claus – The Bed-Crows / Girasol
Loscil – Helluland
Resina – Nightjar
Olga Wojciechowska – Faith Tuner
Olga Wojciechowska – To Feel Much More Than Now
Eluvium – Everything to Come
FOUDRE! – Goliath
Joolz – Bad Blood
Andrea Parker – Lost Luggage
Lamb – Gorecki
21:00 – 22:00
Woodkid – The Golden Age
Patrick Cassidy feat. Danielle de Niese & Bruno Lazzaretti – Vide Cor Meum
Rebekah Del Rio – Crying (Llorando)
Ane Brun – Linger With Pleasure
Item Caligo – Waiting for tears
Letum – A Scent of a Tear
Roly Porter – High Places
Abel Korzeniowski – And Just Like That
Teho Teardo & Blixa Bargeld – The Empty Boat
Jeff Herriott & S.Craig Zahler – One Man Walks
The Frozen Vaults – Hard Frost Fields
Bersarin Quartett – Schwarzer Regen fällt
Moonbeam – Kamlanie
Her Blood in my Veins – Empty Faces
Conjecture – Tupilaq
nolookingback
Album der Sendung I
Glissando –
The World Without Us

Glissando

Glissando @ SLOWSECRET
Filmtipp der Sendung
Excess Flesh


ExcessFlesh
Album der Sendung II
Eluvium –
Talk Amongst the Trees

Eluvium

Eluvium Official

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In der nächsten Schlacht. Ich denk an dich.

Die letzte Ausgabe der Radioshow "Reset Black" im Jahr 2016 hatte
“The Fateful Manifestation of Reverend Corvus Schwartz“ zum Thema und begleitete musikalisch die Auferstehung eines Schattens, den Schrei seiner wütenden Seele und dessen Transformation zu einem wilden Tier.

Fröhliches resetten am Dienstag, den 27. Dezember 2016, ab 08:00 pm CET / 20.00 Uhr German time …
20:00 – 21:00
Burial – Endorphin
Massive Attack feat. Hope Sandoval – The Spoils
A Winged Victory For The Sullen – Le renversement
A Winged Victory For The Sullen – Retour au Champs de Mars
Vangelis – Tears In Rain
Daghraven – Hoort De Engeelen Wenen
Treha Sektori – Presceth Keonah
Antony & The Johnsons – Knockin' On Heaven's Door
Bliss feat. Sophie Barker, Lisbeth Scott & Merethe Sveistrup – The Hope
Flowers for Bodysnatchers – Field Of Ink
Elend – Les Ténèbres Du Dehors
Legend – Amazon War
MONO – Little Boy
Rammstein – Mutter
21:00 – 22:00
Diamanda Galás – My World Is Empty Without You
Sigur Rós – Dauðalogn
Sólstafir – Ótta
Joy Wants Eternity – Death Is a Door That Opens
Followed By Ghosts – A Mirthful Experience
Clint Mansell – Death Is the Road to Awe
This Will Destroy You – Burial On the Presidio Banks
Thisquietarmy – Masquerade
MONO – The Hand That Holds the Truth
CorvusSchwartz
Album der Sendung I
A Winged Victory For The Sullen –
Iris

AWVFTS

A Winged Victory For The Sullen Official
Filmtipp der Sendung
Jordskott


Jordskott
Album der Sendung II
Followed By Ghosts –
The Entire City Was Silent

FollowedByGhosts

Followed By Ghosts @ Bandcamp
Jordskott.

Inmitten der schwedischen Einöde, umgeben von nichts anderem als unendlichen Wäldern, liegt Silverhöjd.

Der Tod des Vaters und die damit verbundene Nachlassverwaltung, zwingen die Kommissarin Eva Thörnblad dazu, nach vielen Jahren dorthin, in ihren verhassten Heimatort, zurückzukehren.

Ein Schatten der Vergangenheit begleitet Eva. Es ist der Verlust ihrer kleinen Tochter. Sie verschwand eines Tages auf unerklärliche Weise. Spurlos.

Der mysteriöse Selbstmord und die Merkwürdigkeiten beim Abwickeln der Firma ihres Vaters, machen Eva misstrauisch. Dies und die Narben die wieder aufbrechen als abermals ein Kind auf unerklärliche Weise verschwindet, bringen Eva dazu länger bleiben zu wollen. Göran Wass, der leitende Polizeibeamte vor Ort, nimmt Evas Hilfe bei den Ermittlungen an. Und es scheint ganz so. das er mehr weiß, als er zuzugeben bereit ist.

Bei einer nächtlich Fahrt durch den Wald findet Eva plötzlich ein junges Mädchen, das allein durch den Wald irrt. Als Eva sich des Mädchens annimmt, scheint sie zu glauben, das dieses Mädchen ihre verschwundene Tochter Josefine ist.

So entspinnt sich in der 10 Folgen umspannenden Serie ein mysteriöses Geflecht aus tief gehenden Ereignissen. Kinder verschwinden, Menschen sterben. Was hat die auf Holzverarbeitung spezialisierte Firma ihres Vaters mit dem Verschwinden der Kinder zu tun? Wer ist der Beamte Göran Wass wirklich? Und was ist das Geheimnis des Waldes, der immer ein Teil der Antworten auf alle Fragen ist?

"Jordskott" ist eine dramaturgische Handgranate. Das Spannungsfeld ist riesig. Die Sprengkraft gewaltig. Regisseur Henrik Björn inszeniert eine aussergewöhnlich verdichtete Geschichte, wie sie nur im Norden Europas ersonnen werden kann. Das Verweben unterschiedlicher Genres gelingt ihm großartig. Was als Kriminalfall beginnt, entfaltet sich nach und nach zu einem Mystery-Ereignis. Spannungsintensiv, unheimlich und atmosphärisch außergewöhnlich dicht.

Skandinavisch ruhig und mit verhaltenem Tempo ist "Jordskott" dennoch ein Monster an Spannung. Die Schauspielerriege ist perfekt, verleiht den Figuren das gewisse Etwas und fügt sich unglaublich harmonisch in die Inszenierung. Wahnsinnig schöne Bilder und ein betörender Soundtrack verweben die Geschichte zusätzlich zu einem einmaligen Erlebnis. Beklemmend, aufwühlend und prachtvoll. Bitte mehr davon! /.fjs/

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Der Raucher.

Von der Tragödie der Einsamkeit, der Entmenschlichung und dem Verlust von Empathie in einer deutschen Stadt. Unserer Stadt. Unserer Heimat. Unserem Kiez.

Es ist Dezember. Zwischen Vorder- und Hinterhaus markiert der beige Mittelbau die kommunikative Grenze. Über Jahre hinweg die Heimat des Rauchers. Irgendwo sieht dort ein junger Mann aus dem Fenster. Schaulustig. Heimliche Blicke auf das Treiben davor gerichtet. Polizei. Kriminaltechniker. Und irgendwann eine Bahre, getragen von zwei unscheinbaren Männern. Es dunkelt. Das Licht im Hof bleibt absichtlich aus. Der Pietät wegen. Eine letzte Reise.

Hinter anderen Fenstern ahnt man weitere Neugier. Schatten und die leichten Bewegungen der Vorhänge verraten sie. Noch einen Blick auf die Bahre erhaschen. Als es nichts mehr zu sehen gibt, Playstation vielleicht. Weitermachen wie bisher. Wir haben Licht an. Sie sollen sehen, das wir sie sehen.

Der Raucher. Ein Nachbar. Irgendwo zwischen unbekannt und vertraut. Weit weg und doch da. Eine lange Reise endet hier. Eine Haustür nur, separierte über Monate die Freude am Leben der Einen vom einsamen Kampf um selbiges des Anderen. Erhöhte Frischluftzufuhr im Mittelhaus als es zu stark roch. Die Post, die aus dem Briefkasten quillt, präzise und mit geometrischer Genauigkeit vor der Tür aufgetürmt. Das muss schon sein. Die Pflanzen sind vertrocknet. Nicht wahrgenommen. Dem Verfall freien Lauf gelassen. Das Schicksal arbeitet an seiner Vergesslichkeit.

Wir bringen dem Raucher ein Brandopfer. Auf ihn. Und gegen die Wut auf die Ignoranz.

Allmählich wird es ruhiger im Kiez. Das Schwarz der Nacht hüllt die Stadt in ihren Schlaf. Ein Wind zieht auf und die Seele fordert ihren Tribut. Sie will raus. Schwingt sich der Traurigkeit zum Trotz empor. Nach vielen Monaten endlich frei sein. /.fjs/

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Des Lichtes letzter Schein.

Diese Ausgabe der Radioshow "Reset Black" hatte
"Beyond The Clouds" zum Thema und gab musikalisch Antworten auf die Fragen, warum unaufhaltsam das Leuchten der Erinnerung im Sog der Vergessenheit schwindet und die Lyrik der Hingabe unvollendet bleiben wird.

Fröhliches resetten am Dienstag, den 29. November 2016, ab 08:00 pm CET / 20.00 Uhr German time …
20:00 – 21:00
Propergol – Gruesome (Chair Et Crochet), pt.I
In Slaughter Natives – Fall Apart
SPK – In Flagrante Delicto
Omala – Times 4
Dead Can Dance – Rakim
sToa – Autumn
Erik Lewander & Olle Ljungman – Eva Gets Shot
The Revolutionary Army (Of The Infant Jesus) – Nostalgia
Hope Sandoval & The Warm Inventions – Into the Trees
Anna von Hausswolff – Come Wander With Me / Deliverance
Propergol – Gruesome (Chair Et Crochet), pt.II
21:00 – 22:00
Paul Lemos & Joe Papa – Psalm (of Angels)
And Also The Trees – Lady D'Arbanville
Laibach – Mama Leone
3rd And The Mortal – Persistent And Fleeting
Anna von Hausswolff – Discovery
John Murphy – Kanada's Death, Pt. 2 (Adagio In D Minor)
Letum – With Closed Eyes I Can See
Hypnopazūzu – Your Eyes In The Skittle Hills
Zola Jesus – Manifest Destiny
MONO – Ashes In the Snow
BeyondTheClouds
Album der Sendung I
Hypnopazūzu –
Create Christ, Sailor Boy

Hypnopazūuzu

Hypnopazūzu Official
Filmtipp der Sendung
Demon – Dibbuk


Demondibbuk
Album der Sendung II
Anna von Hausswolff –
The Miraculous

AnnavonHausswolff

Anna von Hausswolff Offical
Demon – Dibbuk.

Ein junger Mann auf einer Fähre. Irgendwo in Polen. Trotz des Sonnenscheins stehen die Zeichen nicht gut. Eine Frau, scheinbar entrückt, im Wasser. Die Ambulanz wirkt hilflos. Nebensächlichkeit.

Der junge Mann ist Pjotr. Aus London kommend – auf dem Weg zu seiner Hochzeit. Pjotrs große Liebe Zaneta lebt auf dem polnischen Land. Ihre Familie und das soziale Gefüge scheinen soweit normal. Pjotr und ein großer Teil von Zanetas Familie sehen sich das erste mal – man ist sich sympathisch. Die Hochzeit kann beginnen. Der Schnaps beginnt zu fließen.

Die Mitgift der Brautfamilie ist das alte Haus des Großvaters. Am Tag vor der Hochzeit entdeckt Pjotr auf dem Grundstück des Hauses, eher zufällig, ein menschliches Skelett. Und fremde Namen an der Wand. Von der Magie der Hochzeitsvorbereitungen gefangen, verschweigt er seinen Fund. Es folgt eine von Schnaps geschwängerte Nacht voller Albträume.

Die Party beginnt und der Schnaps fließt weiter. Es wird getanzt, es wird getrunken, es werden Reden gehalten. Ein rauschendes Fest. Bis zu dem Moment als Pjotr anfängt sich zu verändern. Erst sind es nur Verwirrungen – Pjotr nennt Zaneta in seiner Rede Hana, Schwindelattacken und Nasenbluten – später epileptische Zuckungen. Zanetas Familie glaubt, das Pjotr einfach nur betrunken ist. Als Pjotr aber anfängt eine unbekannte Sprache zu sprechen, wird der Brautvater nervös. Er glaubt es wäre Deutsch. Der alte Dorflehrer, der letzte jüdische Einwohner im Ort, begreift sofort: Pjotr spricht Jiddisch. Und der Name Hana scheint ihm etwas zu sagen …

Eine Hochzeit in Polen, so der Vorabtitel, ist kein gewöhnlicher Film. Die polnisch-israelische Koproduktion ist ein radikaler Film. Derb schwarzhumorig und fast absurd komisch porträtiert Regisseur Marcin Wrona die polnische Gesellschaft, deren Traditionen und das Aufstreben in die Moderne. Sein schonungsloser Blick in die polnische Geschichte macht "Demon – Dibbuk" darüber hinaus zu einem ganz besonderen Film. Itay Tiran als Pjotr und Agnieszka Zulewska als Zaneta, spielen großartig auf. Auch alle anderen Charaktere, vom Brautvater, über den alten Lehrer, den Dorfarzt bis hin zum Pfarrer, sind sensationell gut besetzt. Die Musik von Krzysztof Penderecki ist folgerichtig und kleidet "Demon – Dibbuk" zusätzlich in ein schweres Gewand.

Auch wenn das Wort Dibbuk bereits vorab einiges verrät, so bleibt doch das Überraschungsmoment. "Demon – Dibbuk" ist am wenigsten in der Kategorie Horror zu verorten. Freunde von Ole Bornedals "The Possession" werden hier nicht fündig. Vielmehr gibt Marcin Wrona mit "Demon – Dibbuk" ganz ohne moralische Wertung einen tiefen Blick in die polnische Seele.

Am 19. September 2015 fand Marcin Wronas Ehefrau Olga Szymanska ihren Mann erhängt im Bad seines Hotelzimmer in der polnischen Stadt Gdynia. Dort wurde zur selben Zeit sein Film "Demon – Dibbuk" bei einem Filmfestival aufgeführt. /.fjs/

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THO-SO-AA – Lost In Experimental Garbage.

Unser neues Video zum Song "Lost In Experimental Garbage" von THO-SO-AA ist fertig. Wie immer: viel Spaß beim anschauen/hören.

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Von der Bürde frei zu sein.

Diese Ausgabe der Radioshow "Reset Black" hatte
“The Solitude of Liberty“ zum Thema und ging musikalisch auf die beschwerliche Reise über den Gipfel des Moments, dem Verblassen seiner Schatten und dem Ungewissen danach.

Fröhliches resetten am Dienstag, den 01. November 2016, ab 08:00 pm CET / 20.00 Uhr German time …
20:00 – 21:00
Wojciech Kilar – Ascension
MONO – The Last Scene
Leyland Kirby – Departure
Apoptose – ...und Null Sekunden
alt-J – Hunger of the Pine
Russian Circles feat. Chelsea Wolfe – Memorial
Evi Vine – Give Your Heart to the Hawks
The Coral Sea – Your Prisons are Home
Hecq – I Am You
The Black Heart Rebellion – Violent Love
Rafael Anton Irisarri – Moments Descend on my Windowpane
Jamie N Commons – Lead Me Home
Sharon Van Etten – Serpents
21:00 – 22:00
AMENRA – The Dying of Light
Cindytalk – Walking In The Snow
Wardruna – UruR
MONO – Ely's Heartbeat
Treha Sektori – Entori Ketesnah
Sembler Deah – Troosteloos
Lisa Gerrard – In Exile
Mugison – Bíum bíum bambaló
Esmerine – Funambule (Deus pas de Serein)
Darkher – Hung
Rammstein – Seemann
Solitude
Album der Sendung I
MONO –
Requiem for Hell

Mono

MONO Official
Filmtipp der Sendung
The Last Will and Testament of Rosalind Leigh

Rosalind
Album der Sendung II
Wardruna –
Runaljod: Ragnarok

Wardruna_III

Wardruna Official
The Last Will and Testament of Rosalind Leigh.

Der Antiquitätenhändler Leon Leigh lebt ein urbanes Leben abseits seines Elternhauses. Seit Jahren entfremdet und ohne Kontakt zu seiner Mutter. Zu radikal wurden die religiösen Überzeugungen nach dem Selbstmord ihres Ehemannes, zu groß der Graben zwischen Mutter und Sohn.

Eines Tages bekommt Leon die Nachricht, das seine Mutter ebenfalls durch Suizid aus dem Leben geschieden ist. So kehrt er als Alleinerbe nach vielen Jahren in das Elternhaus zurück.

Als Leon das Haus betritt, ahnt er, das aus der religiösen Überzeugung seiner Mutter ein verstörender Wahn geworden ist. Das gesamte Haus ist mit Engelsstatuen, Reliquien und unglaublich vielen sakralen Bildern und Figuren vollgestellt. Sein Argwohn wird umso größer, als Leon religiöse Antiquitäten entdeckt, welche er vorher an Unbekannte verkauft hatte.

Nachdem Leon alte Videokassetten mit rituellen Engelsanbetungen und alte Zeitungsartikel über den Tod seines Vaters entdeckt, wächst das Unbehagen. Es reift die Erkenntnis, das sein Elternhaus eine Art geheime Kirche gewesen sein muss. Seine inneren Ängste werden durch immer unheimlichere Ereignisse verstärkt. Und als er die verschlossene Tür zu einem Altar öffnet, beginnt das Unheimliche um ihn herum mit der Realität zu verschmelzen.

Türen an die gehämmert wird. Ein Garten aus dem unbekannte Geräusche dringen und ein tierartiges Wesen. Leon ahnt bereits: Er ist nicht allein in diesem Haus. Irgendwer, besser irgendetwas, will mit ihm Kontakt aufnehmen.

"The Last Will and Testament of Rosalind Leigh" ist ein unheimlicher Film. Zum einen ist da die aufgeklärte Figur Leon und zum anderen seine tote Mutter, die nach ihrem Ableben mit ihrem Sohn in Kontakt treten will. So entsteht für den Zuschauer ein atmosphärisch kompakter Film, der die Interaktion der beiden Figuren, wobei die der Mutter quasi gar nicht existent ist, auf ein ganz besonderes Level hebt.

Regisseur Rodrigo Gudiño schafft mit "The Last Will and Testament of Rosalind Leigh" einen außergewöhnlichen Film. Einen Film, der auf jede Art von Schock verzichtet und stattdessen mit einer unheimlichen, fast schon hypnotischen, Inszenierung zu begeistern weiß – und das Vanessa Redgrave die tote Mutter verkörpert, ist einfach nur grandios. Von den Kameraeinstellungen über den sorgfältig eingesetzten Sound, bis hin zu der wirklich bezaubernden Filmkulisse: "The Last Will and Testament of Rosalind Leigh" ist eine ungewöhnliche, düster-romantische Empfehlung für die kalte Jahreszeit. /.fjs/

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5 Questions to: Colin H. van Eeckhout (CHVE, AMENRA, Church of Ra).

Colin H. van Eeckhout (CHVE) is the founder of the belgian band AMENRA and the art construct named Church of Ra (COR). By his intense soloproject CHVE Colin H. van Eeckhout flanks Church of Ra and enriches thereby their artistically aesthetic.
In addition Colin H. van Eeckhout is also involved into musical projects such as KINGDOM, SEMBLER DEAH, HARLOWE and CAAN.

The music of CHVE is a dark, ritual experience. A revelation. Hypnotic and sacred. A spiritual energy, born at a sea of pain and suffering. A metamorphosis of light and shade.


CHVE_1
Colin H. van Eeckhout. Photographer: Olli Bery (olli-bery.com)


Reset Black: For some of us Church of Ra is just a collective. Consisting of artists completing each other and sharing equal philosophical ideas. For some the inner circle of Church of Ra is a dark sea with majestic bridges leading to the centre named temple of AMEMRA. It is said that each thought falling into the sea becomes a whispering. The more those whisperings spread the louder and more hypnotic it will be. Which of both theories is the best description of Church of Ra and what does the existing of Church of Ra means for you individually?

Colin H. van Eeckhout: COR will never be just a collective, to me. To others maybe. But I have the impression that we are building something bigger, something substantial.

At its origin is AMENRA indeed. And as we were building what some could see as our temple our church, other likeminded people joined us and are still joining us. It saddens me to hear people talk about just a summation of bands. It is about more than that, it’s a bout a moral mindset, an approach to life. That we will never write down. it is open to all interpretation. At is base lies the essence of life, in all it’s glory and Light, and subsequently all its Darkness and misschief.

It is a view, a stance in life, that we try to portray through art instead of scripture or ruling. Sharing experience and wisdom. Beauty within the Ugliness.

Reset Black: The consequent musically development since AMENRA’s brute masterpiece MASS V is leading in your history to 2 extraordinary releases. First there is AMENRA’s unique acoustic album Alive. And next there is the first longplayer RASA from your soloproject CHVE. Especially RASA is a dark, ritual revelation – a sacred oeuvre. It sounds as if deep suffering and infinite pain are transforming into spiritual energy and salvation. What are the reasons to create RASA as intense and gritty? It almost sounds like a broken soul …

Colin H. van Eeckhout: “Reason” it is an abstract force that forces you into creation, I sometimes have ideas or images in my head, that I simply ‘feel’ it is my duty to make it real. Or share it with others. There is no strategic marketing involved, we simply feel ‘we have to’ …

Alive grew out of the pure necessity to document this phase in our existence. We had released an acoustic ep called ‘Afterlife’ in 2009, as a living testament to our children. Acoustic Live shows came more numerous after a few years, and we felt as if we had entered a new chapter in our existence. I truly believe it completes us as a band, the use of ‘less’ volume and more vulnerability of all of us, obliges us to reach out to a new emotional palet that we don’t necessarily use in AMENRA’s heavy form. I believe it enriches us. We tell our story in a different way, as we do with everything art related.

Rasa, came instinctively. I had bought a hurdy gurdy together with Lennart (Amenra, Oathbreaker) and we were looking for ways to incorporate the instrument in AMENRA’s new material. I was the first one to claim the instrument for a while and started experimenting with effects and amps and so forth, everything was new and open, since we don’t really have anyone close to us whom knew the instrument, and how to work around it.

The freedom worked liberatingly well, and pretty soon I had created the first work, Rasa. Only because Mathieu (AMENRA, Syndrome) and Dehn Sora (Treha Sektori, Sdeah) persuaded me in making an actual release out of it, my first solo album was born. But only with lots of help from Dehn, whom gave me confidence and helped me with the producing part.

Rasa, mainly, questions a mans position in life. A father reduced from patriarch to child. Sometimes ideas like that linger inside my head, and instead of losing myself inside my own head, I use the thought and tension, to create music, or make art in general. It got triggered when one of my family members got really sick a couple of years back now, changing the lives from everyone around him.

Reset Black: Contrasting AMENRA and CHVE some things are evident. On the one hand we have this 4 year old, very physical and brute album MASS V – and on the other hand there is these much more fragile and soulful album RASA. Although the differing styles there are lots of linking elements. Both oevres are wafted by a spiritual nebula and become merged by a kind of ethereal affinity. Especially their visual aesthetic is remarkable. Are those works only rhetorical devices to enrich the music by an additional emotional momentum? Or is the idea to come into existence of something "bigger". Further levels and spaces seem to be created …  

Colin H. van Eeckhout: I think I semi answered this question above. :) 

Both really, I like how you refer to the rhetorical nature of it, that is beautifully put. It is actually as simple as that, a lot of the artistic works, be it video or music, where we question ourselves, might not ever need to be answered. It is the process that sometimes enriches us most as human beings.
The visuals and video, are merely additional mediums to tell the story, visualize the sentiment. The moment, I genuinely believe that they make it a more memorable piece of art.

I do believe that all different artistic media combined, make of it a ‘bigger’ creation, a stronger one. We need to take it as far as we humanly can.

No matter what style I will most likely create, it will always be the same story, I am not a man of concepts. I am who I am. I have my life, and I only have my story to tell, no one elses. But maybe if we succeed to stay true to its essence we succeed in making it everyones story. That is what I believe to be its true strength.

Reset Black: Currently you are on tour. Beside Syndrome, a further project from the environment of Church of Ra, you are on stage with the terrific Jozef van Wissem. Quite recently you were live on stage with the legend of neofolk: Death in June. Considering both projects there are very probably similarities. Otherwise CHVE seems to be more free and spread in its musically work. How does this exceptional musical rendezvous happens?  

Colin H. van Eeckhout: Difficult to explain, through our ‘careers’ we simply come across kindred spirits time and time again. I believe there is an unconditional respect between all artists who paved their own (long) paths. And sometimes they cross, it is a beautiful thing really. Be it Douglas or Jozef, I was truly honored to share those moments with them. When there is a connection, you always know new things might come from that. You simply feed off each others inspiration, and come to new ideas way quicker. You learn from each other. Its beautiful really. You learn a lot when on the road.

Reset Black: On november 11 the time has come: Release date of your latest solo album 10910. Attending you are on tour – also in Germany. The official teaser trailer is already awesome. What exactly do we have to expect? A musical continuation of RASA? Or do you break open a completely new room inside the universe of Church of Ra?

Colin H. van Eeckhout: Not yet :) It is indeed a continuation of what I started with Rasa. You see, Rasa was written and then reconstructed in the studio, whereas the studio is a totally different world from ‘a stage’. You simply have more control and a zillion more options, to work with. You can keep on building and there are no restrictions. Whereas live, when on your own. You only have the options you allow yourself to have. So you have to deconstruct again, but always work with that essence.

10910 is a stripped down, honest representation of what CHVE does live for the moment now. Thats why I wanted it to be a one take recording, no compromise. From the gut. The ‘moment’ is a very powerful thing. You instantly feel it. Aaron Harris (Isis etc) took it to a higher level with his mix, together with my friend Jerboa, who mastered it.

Artwork was done by Tine Guns and Aline Gorsen, with whom I feel a strong connection. I am really happy that all of them were willing to work with me on this one.

I am extremely happy with its outcome, I might even like it better than the first one. Its different yet the same. Difficult to say.


CHVE_2
CHVE life. Photographer: @thefoxismine (The Fox Is Mine)


For more informations visit:
CHVE @
Facebook
Amenra
Official
Church of RA
Official



"Le Petit Chevalier" from the new CHVE album "100910" @
Consouling Sounds

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Termin März 20167

– 21.03.2017 –
Termin Mai 20167

– 16.05.2017 –
Termin April 20167

– 18.04.2017 –

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© by Reset Black. "Reset Black" is a Radioshow for those who enjoy sounds on the periphery of silence.